LTE-Netztests

Ericsson und Bombardier: LTE-Netze im Stresstest bei 200 km/h

Lassen sich wichtige Bahnanwendungen in Schnellzügen per LTE-Netz nutzen? Ericsson und Bombardier testeten LTE-Netze bei simulierten Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Nun veröffentlichten sie die Ergebnisse.

ICE© Thomas Otto / Fotolia.com

Stockholm – Wer häufiger mit der Bahn reist, dürfte sich in manchen Regionen schon einmal über die schlechte Mobilfunknetzabdeckung geärgert haben. Die Bereitstellung einer nahtlosen Mobilfunkverbindung gerade bei schnell fahrenden Zügen ist technisch anspruchsvoll. Ericsson und Bombardier hatten in einer Laborumgebung insgesamt elf LTE-Netztests durchgeführt, um Eisenbahnanwendungen mit simulierten Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern zu testen. Über die Ergebnisse der Tests informierten der Netzwerkausrüster und der Zughersteller nun.

Geringe Latenzzeiten und kaum Paketverluste

Die beiden Unternehmen wollten prüfen, wie leistungsfähig LTE-Netze für CBTC-basierte Anwendungen (CBTC, communications-based train control) sind. Hinter dem Begriff verbergen sich Dienste wie Videoüberwachung, Sprachanwendungen, Bahnsteiginformationen, Werbung und WLAN für Fahrgäste. Bislang wird CBTC vor allem in Nahverkehrssystemen eingesetzt. Verkehrsbetriebe erhalten beispielsweise Informationen über die aktuelle Position der Züge.

Bei den simulierten hohen Geschwindigkeiten, die dem eines Schnellzugs entsprechen, zeigten sich die LTE-Netze in den Tests als zuverlässig. Sowohl im Up- und Downlink lagen die Latenzzeiten nach Unternehmensangaben weit unter 100 Millisekunden, Paketverluste hätte es fast gar nicht gegeben. Einsatzkritische Bahnanwendungen konnten sich dank Verwendung von Quality of Service zudem priorisieren lassen.